Engagement mit Weitsicht
Meine kuratorische Arbeit richtet sich nach den Bedürfnissen im jeweiligen Kontext – von Kunstankäufen und der Entwicklung ortsspezifischer Projekte hin zur optimalen Präsentation und einer professionellen Sammlungsbetreuung im Depot.
Dabei behalte ich das übergeordnete Ziel jedes Kunstengagements im Auge und gebe jedem Werk den Kontext, den es braucht. So entstehen Räume und Orte mit sorgfältig gewählten Kunstwerken, die nicht nur äusserlich, sondern inhaltlich zu ihrer Umgebung passen und dort ihren Sinn entfalten können: authentisch, vielschichtig und nachhaltig.
«Kuratieren bedeutet für mich, jedes kunst-Projekt passgenau für sein Umfeld zu entwickeln.»
Kunst erwerben & betreuen
sammlung Credit Suisse
Die Sammlung Credit Suisse wurde seit 1976 aufgebaut und von mir ab 2007 bis zur Übernahme der Bank 2024 geleitet. Mit ihrem Engagement für junge Künstler:innen und vielen Kunst-und-Bau-Projekten war sie eine der profiliertesten Firmensammlungen in der Schweiz.
Sie umfasste rund 13'000 Kunstwerke aus der Schweiz plus internationale Positionen an den Auslandstandorten der Bank, auch dort mit Fokus auf die Nachwuchsförderung.
Zürich-Europaallee
Im „Smart Working“-Umfeld wurde Kunst bewusst in die Raumgestaltung integriert. Installative Arbeiten etwa in den Eingangsbereichen schaffen Identität. Durchdachte künstlerische Setzungen können entsprechend moderne Arbeitswelten strukturieren und inhaltlich bereichern.
Genève-Forum
claudia Comte, Big Bob, his square friend and their diamond totem, 2013
Ortsspezifische Auftragsarbeit der Sammlung Credit Suisse im Foyer.
Drei Holzskulpturen auf Sockeln der Künstlerin aus weissem Klavierlack, vor einer für diesen Ort entwickelten Wandmalerei in Acryl.
Luzern-Schwanenplatz
Kunst aus der Zentralschweiz (1930-2021)
Seit seiner Errichtung im Jahre 1923 war der neoklassizistische ‘Wagenbachhof’ Sitz der Credit Suisse in Luzern. Mit seiner hohen Eingangsfassade ist er am Schwanenplatz ein Wahrzeichen der Stadt Luzern. Zum hundertjährigen Jubiläum wurden die meist historischen Kundenräume mit rund 350 Werken neu ausgestattet, von denen die meisten in einem Bezug zur Zentralschweiz stehen.
London-Canary Wharf
300 WERKE AUS DER METROPOLE LONDON
Für die Kundenzone im Londoner Hub wurden vorhandene Werke englischer Kunst des 19./20. Jahrhunderts ergänzt mit rund 150 Neuerwerbungen, welche ich 2015-19 in Zusammenarbeit mit einer internen Kunstkommission in London ankaufte. Es entstand eine thematisch breit gefächerte Präsentation, welche die kulturelle Vielfalt dieser Metropole abbildet.
Genève-Belair
Der historische Genfer Sitz zeigte sich 2014 nach einer Modernisier-ung in frischem Glanz. Über sieben Etagen fügten sich rund 500 Werke zu einem Panorama mit Kunst vor allem aus der Romandie. Auch wurden viele Skulpturen im offenen Lichthof platziert.
Zürich-Uetlihof 1 & 2
kunst in internen Konferenzzonen
Im Betriebsgebäude Uetlihof der Credit Suisse (mit rund 8'000 Mitarbeitenden) trifft die funktionale Gebäudenutzung auf kulturelle Werte. Kunstwerke fördern Offenheit, inspirieren zum Dialog und stärken das Bewusstsein für Qualität, Echtheit und Identität. Die Sammlung Credit Suisse steht für eine Kultur im Unternehmen, die künstlerische Impulse in den Arbeitsalltag integriert.
Moskau-Belorusskaya
preisträger «Young russian artist award»
Die Partnerschaft mit der Kunstmesse «Cosmoscow» (2014-19) und ein damit verbundener Förderpreis für junge russische Kunst waren ein Glücksfall für die Bank in Moskau: Es wurden rund 40 Werke von Nachwuchstalenten erworben, und es gab einen intensiven Austausch zwischen der Sammlung und der aktuellen russischen Kunstszene.
kunstmuseum luzern
Das Kunstmuseum Luzern zeigt internationale Gegenwartskunst und verbindet sie mit starken Positionen aus der lokalen Szene. Mit seiner bedeutenden Sammlung ab 1800 zählt es zu den führenden Museen der Schweiz.
Fünf Jahre lang habe ich hier die Sammlung betreut und mehrere Ausstellungen zu ihren Schwerpunkten vor allem in der Schweizer Kunst kuratiert.
Vier Positionen
Gruppenausstellung mit vier Luzerner Künstler: innen im temporären Zwischenraum Tribschen, 1998
Vier Ausstellungen aus der Sammlung des Kunstmuseums Luzern in Hochdorf, Schüpfheim, Willisau und Sursee, 1998
Graph. Abteilung
Landschaftszeichnungen eines Innerschweizer Kleinmeister- und Amateurkreises (1820-70) aus der Sammlung, 1998
Kunst-und-Bau: Ortsspezifische Projekte (Auswahl)
Kunst-und-Bau-Wettbewerb. SVG, Winterthur (ab 2025)
neues Sozialversicherungsgericht Winterthur (zimmerschmidt Architekten, 2021-27)
Hier bin ich externe Fachperson Kunst für den Kunst-und-Bau Wettbewerb 2025-27 (mit 5 eingeladenen Künster:innen). Zur Zeit werden die Projekte erarbeitet für die Jurierung.
Ein Projekt des Kantonalen Hochbauamts Zürich, Fachstelle Kunstsammlung, Fertigstellung 2027. Mehr dazu
Julia Steiner. Echo/ECOsystem, 2021. Gouache-Wandzeichnung.
Geschäftsstelle Credit Suisse, Bern-Bundesplatz
Als Direktauftrag realisierte Julia Steiner (*1982) eine Wandzeichnung, die sich über zwei Geschosse entlang eines Treppenaufgangs in der Kundenhalle erstreckt.
Das Video zeigt die Entstehung der monumentalen Gouache-Zeichnung und stellt sie mit Interviews in ihren räumlichen und inhaltlichen Bedeutungskontext in der Bank.
Markus Weggenmann. Tribute t0 the stripes, 2012. Malerei.
CrediT Suisse AG, betriebsGEbäude zürich-Uetlihof
Das 200-teilige Werk wurde 1995 für ein lichtdurchflutetes Glas-Treppenhauses entwickelt und nach dessen Rückbau 2012 neu konzipiert: Die farbintensiven Streifenbilder entfalte-ten sich stärker als grosses Tableau in einem Beton-Lichthof. Die präzise Regie der Hängung würdigte den neuen Ort mit ästhetischer Klarheit und zeitloser Eleganz – ein gelungenes Beispiel für die Neufassung einer Kunst-und-Bau-Intervention.
Philippe Decrauzat. Untitled, 2012. Serigrafie auf Glas.
Credit Suisse AG, Betriebsgebäude Zürich-Uetlihof
Serigrafie auf 936 Glaspaneelen im Empfangsfoyer und in drei Innenhöfen, je ca. 2.8 x 1.2 m. Gesamtfläche 2600 m2.
Philippe Decrauzat (*1974) überzieht die Glasmembranen aller Lichthöfe mit zwei sich überlagernden und leicht drehenden Schwarz-Weiss-Rastern. Das dynamische Ornament enfaltet in den neungeschossigen Höfen eine starke visuelle Präsenz und belebt die Architektur mit einer vibrierenden Balance aus Spannung und Entladung.
Beat Streuli. OHne Titel, 2011. Transparente Digitalprints.
Heilpädagogisches Zentrum Uri, Altdorf
Externer Kurator/Mitglied Jury im Kunst-und-Bau-Wettbewerb für das Bauprojekt von Steiger & Graber, Luzern.
Der in Altdorf geborene und heute international tätige Beat Streuli (*1957) gewann den Wettbewerb und führte sein Projekt mit transparenten Portrait-Digitalprints in Fensterscheiben der Unterrichtsräume des neuen HPZ Uri aus.
Renée Levi. Paradies, 2008. Airbrush in LED-Bodenintarsie und als Wandmalerei.
ehem. Hauptsitz Credit Suisse, Paradeplatz, Zürich
Zwei grellgrüne LED-Bilder (unter Glas), mit schwungvollen Kurven in. Airbrush, setzen einen unerwartet paradiesischen Akzent in einem repräsentativen Foyer des historischen Hauptsitzes. Im angrenzenden Flur sprühte Renée Levi (*1964) grosse Spiralkurven direkt auf die Wände: In Armspannweiten der Künstlerin entfaltet sich eine kontrollierte, doch sehr lebendige Dynamik zwischen der freien Spray-Zeichnung und dem strengen Takt der Türen in der hier betont nüchternen Architektur.
Esther van der Bie. Alice garden, 2007. Bepflanzung, Reflektoren, Vorhänge.
Geschäftsstelle Credit Suisse, Bern-Bundesplatz
Im Märchen schlüpft die tapfere Alice durch das Loch eines Baums in ihrem Garten und findet sich im Wunderland wieder: Alles ist plötzlich ganz anders, als sie es gewohnt war. In dieser Welt verschieben sich die Dimensionen in unberechenbaren Massstäben. Den Kund:innen ist es mit dieser Kunst-und-Bau-Arbeit der Sammlung Credit Suisse ähnlich ergangen: Die hinter einem Fenster zum Innenhofe ausgebreitete Szene liess sie in eine ihrem Ort enthobene und zeitlose Welt eintauchen.