Der Kunsthistoriker
Als promovierter Kunstwissenschaftler habe ich Herzblut für ältere genauso wie für zeitgenössische Werke. Mein Fachwissen verbinde ich mit einer in der Berufspraxis gewachsenen Expertise für die Kunst heute.
Forschungsprojekte beim Schweiz. Nationalfonds und mehrjährige Studienaufenthalte in Edinburgh und London sowie Stipendien in New Haven/CT und Santa Monica/CA haben mein Verständnis für unterschiedliche Wissenschafts- und Lebenskulturen geprägt. Und als Dozent an der Hochschule Luzern bleibe ich im theoretischen Diskurs der Gegenwartskunst à jour – immer mit Blick auf aktuelle Verbindungen zu Natur, Wirtschaft und Gesellschaft.
«Als profilierter Kunsthistoriker bringe ich kompetente Forschung mit einer praxisnahen Expertise zur kunst der Gegenwart zusammen.»
Landschaftskunst: Zeichnung | Garten
Humphry Repton | die «Red Books»
Im Rahmen eines SNF-Nachwuchs-Förderprojekts beschäftigte ich mich mit dem englischen Landschaftsgärtner Humphry Repton (1752–1818). Im Zentrum standen seine «Red Books» – illustrierte Manuskriptbände, in denen Repton «Verbesserungen» von herrschaftlichen Anwesen und Landschaftsparks in Text und Aquarellen präsentierte.
Auf Basis von 123 lokalisierten Red Books verfolgte ich einen neuen Forschungszugang: Anstatt diese allein als Dokumente zur Rekonstruktion historischer Gärten zu nutzen, analysierte ich sie als eigenständige künstlerische Artefakte. Dabei lag der Fokus auf der visuellen Dramaturgie und inneren Struktur der Manuskripte – im Kontext ästhetischer Debatten zu Wahrnehmung und Darstellung von Landschaft um 1800.
Meine Auseinandersetzung verband Archiv- und Feldforschung mit aktuellen medien- und kulturgeschichtlichen Methoden. Die zeitgenössische Reflexion von Geschichte prägt bis heute meine Arbeitsweise und meinen Blick auf Kunst im jeweiligen Kontext.
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Die Red Books des Landschaftskünstlers Humphry Repton. Dissertation Universität Basel 2004. Die Grüne Reihe Bd. 25. Worms: Wernersche, 2007
Zur Monografie erweitert: Landscapes of Taste: the art of Humphry Repton’s Red Books. London/New York: Routledge, 2007
Art Déco & neues bauen: Ideen | Materialitäten
Fritz Metzger | St. Karli-Kirche
In meiner Untersuchung zu Fritz Metzgers St.-Karli-Kirche in Luzern (1934) konnte ich zeigen, wie deren Beton-Architektur einen katholisch-kulturellen Willen zur Erneuerung in den 1920er Jahren mit einem gewandelten Verständnis von Sakralität als gemeinschaftlicher Erfahrung verband. Innovativ nutzte Metzger die technischen Möglichkeiten des Rohbetons und baute auf Le Corbusiers moderne Formensprache.
Es entstand ein vielschichtiges Gesamtkunstwerk, das Architektur, Malerei und liturgische Einrichtung zur Symbiose führte. Sie alle schöpften in ihrer hochwertigen Ausführung aus dem «neuen bauen» ebenso wie aus dem Art Déco – beides Bewegungen der Moderne, die ihre Anliegen und Konzepte mit der Ikonologie des eingesetzten Materials unterstrichen.
Den im Material eingeschriebenen Repräsentationsanspruch habe ich in verwandten späteren Kontexten weiterverfolgt und biete heute regelmässig Lehrveranstaltungen zum Themenkreis «Idee | Material» an.
Hochschule Luzern DFK, +Reflect Modul «Jugendstil + Art Deco»
Hochschule Luzern DFK, +Colab-Modul «Idee_Material_Zeitgeist»
Kunst & Wirtschaft: das kulturelle Kapital
«Designing Prestige» | vom Mäzenatentum zum Markenbündnis
In meinem geplanten Forschungsprojekt untersuche ich, wie sich Beziehungen zwischen Kunstschaffenden, Designern und Auftraggebenden im Zuge der aktuellen weltanschaulichen Umbrüche verändern. Im Zentrum steht die Beobachtung, dass strategische Allianzen mit der Wirtschaft die symbolischen Bedeutungen in der kulturellen Produktion grundlegend verändern.
Immer häufiger setzen «Marken» auf Kooperationen mit Künstler:innen und Designer:innen, um ihre Identität zu emotionalisieren und diess Branding-Kapital in ökonomische Werte zu überführen. Dieses Phänomen stellt gängige Vorstellungen künstlerischer Autonomie infrage und schafft zugleich neue Formen von Sichtbarkeit – aber auch Ungleichheit – im Kulturbetrieb.
Methodisch stütze ich mich auf Pierre Bourdieus Kapital- und Feldtheorie, empirisch auf Fallstudien aus der internationalen Kunst- und Designszene. So werde ich kritisch beleuchten, wie Branding und Kunstmachen heute ineinandergreifen können und welche Konsequenzen diese neuen Verflechtungen für die Kunst, aber auch für Wirtschaft und Gesellschaft haben.
Leitbild Kunst Credit Suisse
Sammlung Credit Suisse: Kunst im Geschäftsumfeld/ Art in a Business Context
Zürich: Scheidegger & Spies, 2011
Hochschule Luzern DFK
Schwerpunt in der Lehre: «Das kulturelle Kapital: Kunst & Wirtschaft»
+Reflect-Modul (HS 2025)